Home Anamnese Fotografie Galerie Wetter Kolumnen Links Gästebuch Kontakt & Impressum
Andreas Reichenbach
Carpe Diem Baby
ANAMNESE - oder meine erste Halbzeit Geboren: Im Mai 1971 in der heutigen Mitte Deutschlands, in Mühlhausen/Thüringen.  Sozialstatus: Verhältnismäßig arm, aber relativ sauber (nur hin und wieder mal Rotz am Ärmel). Kindheit: Ständig umsorgt von einer Hebamme und einem Krankenpfleger (für Psychiatrie). Erste große Liebe: Claudia L. (1974) Erste große Enttäuschung: Claudia L. (1977) Schulzeit: Zehn Jahre (1977 - 1987), kein Abitur und auch sonst nichts von Bedeutung. Lehrzeit: (1987 - 1990) Auf Grund meiner genetischen Veranlagung (siehe Kindheit) kam nur eines in Frage - die Medizin. Arztschule ging nicht, hatte ja kein Abi. Blieb also nur ein Fachschulstudium in der Fachrichtung Krankenpflege (so hieß das damals noch) - kurzum - ich wurde Urinkellner bzw. Krankenpfleger. Dieser Prozeß dauerte drei lange Jahre und hat mich sehr geprägt - so sehr, das ich heute noch Nachts aufwache und meine, einen voll gekackten Schieber in der Hand zu haben (kleiner Spaß). Nach drei Jahren Abschluß mit guter Benotung. Erste Anstellung: (1990 - 1991) Krankenpfleger in einer Zentralen Notfallaufnahme. Ich überwarf mich mit der Geschäftsführung. Dann hat es nicht mehr lange gedauert und ich kündigte meine erste Festanstellung nach 242 Tagen. Zweite Anstellung: (1991 - 1995) Hatte schon immer viel für Blaulichter übrig, konnte aber nie zur Feuerwehr gehen, da ich bis heute panische Angst vor offenen Flammen habe. Hatte aber damals als Krankenpfleger alle Möglichkeiten, beim Rettungsdienst Fuß zu fassen. Wurde auch von einer ortsansässigen Privatfirma rekrutiert und in Dienst gestellt. (Grüss dich Egon P. aus H. Wie geht es dir? Lebst du überhaupt noch?)  Armeezeit: (1992 - 1993) Nachdem es ja die NVA als Leistungserbringer für Züchtigung und nationale Diskriminierung nicht mehr gab, sah sich die Bundeswehr als würdiger Nachfolger dazu beauftragt mich für zwölf Monate zu beherbergen, entließ mich dann aber wieder - nach einem Jahr - ohne Angabe von Gründen. Wieder als Zivilist auf freiem Fuß: 1993 ging ich zurück in meinen Beruf beim privaten Rettungsdienst und ließ mich im gleichen Jahr zum Rettungsassistenten ausbilden. Das dauerte nicht ganz so lange, wie die erste Lehre. Ich hatte es nach drei oder vier Monaten hinter mir. Von da an arbeitete ich ohne zu murren für ein Gehalt, über das ich hier lieber nicht sprechen möchte, zerklimperte 1994 einen Rettungswagen und trieb meinen Arbeitgeber damit in den Ruin (behauptete er damals jedenfalls) . Immerhin war er Silvester 1995 wirklich pleite und ich war ein paar Stunden ohne Job. Dritte Anstellung: Einem glücklichem Umstand ist es zu verdanken, daß ein weiterer Dienstanbieter in Sachen Rettungsdienst unseres Städtchens von mir und meinem Schicksal hörte und so durfte ich am 2. Januar 1996 bei ihm einsteigen. Auch hier mußten mehrere Blechteile unter meinem Fahrstil (oder sagen wir mal lieber Verkettungen unglücklicher Umstände) leiden, dennoch überlebte ich mehrere Vorgesetzte. Fühlte mich hier auch ganz gut aufgehoben und verrichtete meinen Dienst nach bestem Wissen und Gewissen. Seit Januar 2004 arbeitete ich nebenbei als Medizinproduktebeauftragter unseres Vereins. Darin sah ich wirklich eine interessante Abwechslung zu den alltäglichen Tätigkeiten im Beruf - es machte mir Spaß und ich versuchte, was gegen´s BURN OUT SYNDROM zu tun! ! ! Irgendwann ging´s dann aber doch nicht mehr. Die Luft war raus - Burn out war drin!!! Vielen glücklichen Umständen hatte ich es zu verdanken, dass ich 2007 in der Medizintechnik landete und Fuß fassen konnte (Danke an Ulf, Dietrich und Steffen!!!). Vierte Anstellung: Seither beschäftigte ich mich ausschließlich mit der Medizintechnik und was damit zusammen hing. Ich arbeitete als Medizinprodukteberater in einer brandenburgischen Firma und betreute als Servicekoordinator Vertragskunden (Rettungsdienste und Krankenhäuser) in den gesamten sog. neuen Bundesländern. Aber auch dieses Kapitel meines Lebens endete im Dezember 2011. Der Mensch entwickelt sich eben oftmals weiter und so konnte und wollte ich den Potsdamer Medizintechnik Monarchen nicht länger dienen (und die wollten auch nicht, dass ich ihnen weiter diente :-). Und so verließen wir uns. Fünfte Anstellung: Heute verticke ich Nadeln, ja Sie haben richtig gelesen - Nadeln. Aber nicht irgendwelche Nadeln, sondern besondere Nadeln. Wer auf einer richtigen Arztschule war und den Beruf des Betäubers gelernt hat braucht immer Nadeln um sie in alle möglichen und unmöglichen Stellen seines Opfers zu stechen. Man nennt das auch Anästhesie oder schlicht Betäubung. Heute steckt man eben einem Patienten (Opfer) nicht mehr einfach so einen Schlauch in den Hals und schießt ihn mit Propophol ab (spätestens seit dem Ableben von Michael Jackson tut man das nicht mehr so gerne), sondern man betäubt ihn da, wo es sonst weh tun würde. Deshalb verkaufe ich Nadeln! Und nur deshalb (nicht etwa deshalb, weil ich vor haben könnte, damit später mal richtig reich zu werden). Ach ja: Seit 1998 bin ich mit meiner Ex - Verlobten zusammen. Ex - Verlobte deshalb, weil sie mich irgendwann einmal einfach so weg von der Straße geheiratet hat. Und husch war ich verschwunden auf dem freien Markt. Gemeinsam haben wir uns ein kleines Häuschen am Rande der Stadt (oder der Gesellschaft ! ? ! ) gebaut und im Februar 2001 wurde uns ein kleiner Sohn geschenkt, der 2007 noch ein Brüderchen bekam. Mehr gibt´s eigendlich nicht von mir zu berichten, jedenfalls fällt mir nichts mehr ein. Bin ja auch erst 44 Jahre jung und gerade erst aus dem Gröbsten raus. Trotzdem Danke für dein verständnissvolles lesen meiner kleinbürgerlichen Entwicklungsgeschichte.
V.L.N.R.: Andreas & Stefan (c) Oma Rita
nach oben Anamnese